Inklusionsdidaktische Lehrbausteine
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6. Resümee der Studierenden im Seminar

Während der Vorbereitung der Seminarsitzung fiel uns auf, dass der Großteil der bereits veröffentlichten Übungsaufgaben, welche inklusive Unterrichtseinheiten beinhalten, den ordinalen und kardinalen Zahlaspekt zusammenhängend einführen. Dies zeigt sich beispielsweise bei Aufgaben, in denen der Rang der jeweiligen Zahl abgezählt wird und gleich danach mit der Frage „Wie viele .... siehst du dort?“ (Kardinalzahlaspekt) anschließt. Dies zeigt die enge Verknüpfung der beiden Aspekte wenn Anzahlen durch Zählen bestimmt werden.

Bei der Auswahl unserer Übungen bemühten wir uns, so viele Förderschwerpunkte wie möglich mit in eine Aufgabe einzubeziehen. Das erwies sich jedoch als große Herausforderung, da eine einzige Differenzierungsmaßnahme, die alle Förderschwerpunkte und Einschränkungen anspricht, kaum zu realisieren ist. Der Zugang zum Lerninhalt muss, ausgehend von der ursprünglichen Aufgabe, so ergänzt oder verändert werden, dass jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler am Unterrichtsgeschehen teilhaben kann. Auch ist es wichtig, die allgemein-kognitiven, mathematischen und auch die körperlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler in der Klasse zu berücksichtigen und entsprechende Differenzierungsmaßnahmen für die jeweilige Lerngruppe zu erstellen. Innerhalb der Seminarstunde wurde deutlich, dass bereits der Gedanke an den Einschluss aller Schüler und Schülerinnen in den Unterricht der erste Schritt in richtige Richtung eines inklusiven Unterrichts ist. Sobald die Lehrkraft sich ein Repertoire an verschiedenen inklusiv einsetzbaren Aufgaben angelegt hat, kann sie daraus individuell, im Sinne der Förderbedürfnisse ihrer Klasse, schöpfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Großteil der Übungen zur Zählkompetenz auch im heterogenen Klassenverbund gut umsetzen lässt, sofern die Lehrkraft Bereitschaft für ein „Denken über den Tellerrand hinaus“ zeigt. Es benötigt womöglich nicht viel zusätzlichen Arbeitsaufwand, um die besonderen Bedürfnisse der Inklusionskinder mit in den Unterricht einzubauen und sie am allgemeinen Geschehen teilnehmen zu lassen. Wenn wir die Inklusion als positive Herausforderung sehen und nicht als zusätzlich belastende Arbeit, ist ein Erfolg sehr viel wahrscheinlicher und wir können mit motivierten Schülerinnen und Schülern arbeiten.